Wofür wird der Laser in der Zahnheilkunde verwendet?

Es gibt immer mehr Einsatzbereiche für den Laser in der Zahnheilkunde. In unserer Praxis verwenden wir zwei verschiedene Geräte.

a) Den DIAGNOdent pen verwenden wir zur frühzeitigen Karies-Diagnostik.DIAGNOdent

Das ausgesandte Laserlicht wird im Zahn gestreut und zum Teil auch absorbiert. Diese Absorption verursacht ein Fluoreszenzleuchten. Die Fluoreszenz der gesunden Zahnsubstanz unterscheidet sich von kariös zerstörter Substanz. Das kann vom Gerät gemessen werden. Die Messgenauigkeit ist so gut, dass kariöse Defekte auf diese Weise sehr viel früher zu erkennen sind als mit konventionellen Methoden (Sichtkontrolle, Sondierung, Röntgenbilder). Diese frühe Diagnosestellung gibt uns die Möglichkeit, durch minimalinvasive Eingriffe das Maximum Ihrer Zahnsubstanz zu erhalten. 

Doch nicht nur Karieserkennung ist möglich, sondern auch die Kontrolle von parondontalen Zahntaschen. Konkremente – also bakterielle Ablagerungen auf der Wurzeloberfläche – lassen sich mühelos in der Tiefe detektieren.

b) Der Diodenlaser ist ein Gerät mit vielen Einsatzmöglichkeiten:Dioden-Laser

• Wurzelkanalbehandlung

• Parodontale Behandlung

• Chirurgische Eingriffe

• Behandlung von Schleimhautveränderungen

• Implantologische Eingriffe

• Füllungstherapie

• Bleichen (Bleaching)

Wurzelkanalbehandlung

Laserbehandlung WurzelbehandlungEine Entzündung des Nervengewebes im Zahn macht oftmals eine Wurzelkanalbehandlung notwendig.
Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist, eine möglichst hohe Keimfreiheit der Wurzelkanäle und der angrenzenden Gewebe (Zahnhartsubstanz und Knochen) zu erreichen. Dadurch wird eine Neuinfektion verhindert und dem Knochen die Möglichkeit zur Regeneration gegeben.
 Wegen der oft verzweigten Wurzelkanäle und der „Porosität“ der Zahnhartsubstanz ist mit konventionelle Maßnahmen (z.B. Spülungen) die Keimfreiheit nicht absolut zu gewährleisten. Das energiereiche Licht des Lasers diffundiert auch in tiefere Schichten außerhalb des eigentlichen Wurzelkanals und zerstört mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Keime.
 An einem extrahierten natürlichen Zahn kann man deutlich erkennen, wie das Laserlicht bis in die Wurzelspitze vordringt und dort Keime abtötet.

Parodontale Behandlung


Parodontitis – also Erkrankungen des Zahnhalteapparates – gehören zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen in der Mundhöhle. Sie erfordern in fast allen Fällen eine langfristige und aktive Mitarbeit des Patienten und ebenso ein anhaltendes Engagement des Zahnarztes. 
Der Laser unterstützt die konventionelle Behandlung auch hier durch seine antimikrobielle und keimabtötende Wirkung. Die Keimfreiheit in der Zahnfleischtasche spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung. Zusätzlich führt das Laserlicht bei niedriger Leistung zu einer Stimulation des Gewebes und so werden biologische Regenerationsprozesse positiv beeinflusst.

Chirurgische Eingriffe

Chirurgische Eingriffe können mit dem Laser durchgeführt bzw. unterstützt werden. Zum Beispiel ist es möglich, Abszesse zu eröffnen. Ebenso kann man bei der Verlegung von Lippen- oder Zungenbändchen auf die Verwendung eines Skalpells verzichten: Durch die sofortige Koagulation ist die Blutungsneigung geringer und der Heilungsprozess wird beschleunigt.
 Bei entzündlichen Prozessen, die von der Wurzelspitze eines Zahnes ausgehen und eine Wurzelspitzenresektion erfordern, wird der Knochen mittels Laser dekontaminiert und die regenerative Ausheilung des Defekts unterstützt.

 Bei Zahnextraktionen lindert der Laser die Schmerzsymptomatik und verringert die Schwellung der umliegenden Weichgewebe. Die Wunde verheilt wesentlich schneller.

Behandlung von Schleimhautveränderungen

Schleimhautveränderungen – z.B. Herpes oder Aphten – können mit dem Laser behandelt werden. Der Heilungsprozeß wird bei beiden Erkrankungen beschleunigt und die Schmerzempfindung gelindert. Bei frühzeitiger Behandlung von Herpes kommt es oftmals gar nicht zum Ausbruch der unschönen Bläschen.

Implantologische Eingriffe

Auch bei Implantaten kann es – wie bei natürlichen Zähnen – durch den Kontakt mit den Keimen der Mundhöhle zu Infektionen im Grenzbereich von Implantat und Knochen kommen. 
Nur der Laser bietet durch die Dekontamination der rauen Implantatoberfläche die Möglichkeit, die sogenannte Periimplantitis in den Griff zu bekommen und einem weiteren Knochenabbau Einhalt zu gebieten.

Füllungstherapie

Vor dem Legen einer Füllung tötet der Laser alle noch verbliebenen Keime ab und verschließt die Dentinkanälchen. Eine Überempfindlichkeit des Zahnes wird so vermieden. Auch bei eröffnetem Nervenkanal kann eine Behandlung mit dem Laser das Risiko einer Nervennekrose wesentlich verringern.

Bleichen (Bleaching)

Durch die hohe Lichtenergie aus einer Laserquelle wird die Zahnaufhellung beschleunigt. Bleichende Radikale werden schneller freigesetzt und auf diese Weise meist schon in einer Sitzung ein perfektes ästhetisches Ergebnis erzielt.

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